
Einleitung
Plötzliche Bauchkrämpfe, wiederholter unkontrollierter Durchfall und Verstopfung, Stress durch immer überempfindliche Darmbewegungen… Das Reizdarmsyndrom (IBS) ist eine häufige Magen-Darm-Erkrankung, die 70-80% der modernen Menschen erleben. Es tritt besonders häufig bei gestressten Büroarbeitern und Schülern auf, und es ist frustrierend, dass die genaue Ursache schwer zu finden ist.
In der traditionellen chinesischen Medizin werden solche Darmdysfunktionen aus der Perspektive von „Magen-Milz-Schwäche” oder „Disharmonie zwischen Leber und Milz” verstanden. Durch Stimulation von Akupressurpunkten am Bauch und an den Extremitäten können Verdauungsfunktion reguliert und das Nervensystem stabilisiert werden. 5 Akupressurpunkte, die ohne spezielle Werkzeuge mit den Fingern stimuliert werden können, sind eine natürliche Methode zur Linderung von Beschwerden durch das Reizdarmsyndrom. In diesem Artikel stelle ich effektive Akupressurtechniken zusammen mit WHO-Standard-Akupressurpunkten im Detail vor.
Die 5 Akupressurpunkte
1. Zusanli (ST36) — ein bekannter Punkt zur Stärkung der Immunität

WHO-Code: ST36 (Magenmeridian 36)
Position: Außenseite unterhalb des Knies, etwa 3 cm seitlich des vorderen Schienenbeinrandes. Es liegt an der Stelle, die eine Breite von 4 Fingern unterhalb der Kuhlenzone unter dem Knie liegt. Es gibt je einen Punkt auf beiden Beinen.
Drucktechnik: Drücken Sie langsam mit dem Daumen und halten Sie eine Intensität bei, bei der ein leichter Schmerz spürbar ist. Nach 30 Sekunden bis 1 Minute kreisender Stimulation führen Sie dieselbe Behandlung am anderen Bein durch.
Wirkung: Zusanli wird so genannt, dass es ein „Wundermittel für alle Krankheiten” ist. Es verstärkt die Verdauungsfunktion und erhöht die Immunität. Insbesondere fördert es die Darmmotilität und kann gleichzeitig Verstopfung und Durchfall verbessern. Es lindert Verdauungsstörungen aufgrund von Stress.
2. Sanyinjiao (SP6) — Schnittpunkt von Verdauung und Hormonausgleich

WHO-Code: SP6 (Milzmeridian 6)
Position: An der Innenseite des Schienbeins, etwa 3 Fingerspalten (ca. 4 cm) über dem inneren Knöchelknochen. Beim Drücken mit dem Finger ist ein leichter Druckschmerz spürbar.
Drucktechnik: Drücken Sie die Sanyinjiao-Punkte an beiden Beinen gleichzeitig oder nacheinander. Halten Sie mit dem Daumen 1-2 Minuten lang einen gleichmäßigen Druck. Es ist wirksam, die „Atemakupressur” durchzuführen, indem Sie tief atmen und Entspannung und Anspannung wiederholen.
Wirkung: Sanyinjiao ist der Schnittpunkt des Milz-, Nieren- und Lebermeridians. Es reguliert nicht nur die Verdauungsfunktion, sondern auch den Hormonhaushalt. Es lindert Bauchaufblähung, Durchfall und Verstopfung und senkt die Stresshormonwerte, um die Darm-Hirn-Achse zu stabilisieren.
3. Tianshu (ST25) — zentraler Punkt der Dickdarmfunktionsregulation

WHO-Code: ST25 (Magenmeridian 25)
Position: 2 cm seitlich des Nabels (etwa 2 Fingerspalten). Es gibt je einen Punkt auf beiden Seiten des Bauches. Beim Drücken mit dem Finger ist ein leichter Druckschmerz spürbar.
Drucktechnik: Drücken Sie langsam mit dem Daumen einer Hand, oder Sie können die Daumen beider Hände übereinander legen und stärker stimulieren. 1-2 Minuten lang kreisende Massage ist wirksam. Führen Sie dies eine Stunde nach dem Essen durch.
Wirkung: Tianshu ist ein Punkt, der die Dickdarmfunktion direkt reguliert und die Darmmotilität normalisiert. Es lindert gleichzeitig Durchfall, Verstopfung und Bauchkrämpfe durch das Reizdarmsyndrom. Es fördert die Ausscheidung von Darmgas und reduziert Bauchaufblähung.
4. Qihai (CV6) — Energiezentrum und Verdauungskraft
WHO-Code: CV6 (Konzeptionsgefäß 6)
Position: Ein Akupressurpunkt auf der Mittellinie, etwa 1,5 cm (ca. 2 Fingerspalten) unterhalb des Nabels. Es ist leicht zu finden, da es sich in der Mitte des Bauches befindet.
Drucktechnik: Es ist am wirksamsten, dies im Liegen durchzuführen. Drücken Sie langsam mit dem Daumen und stimulieren Sie 2-3 Minuten lang kreisend. Es ist wichtig, einen gleichmäßigen, aber nicht zu starken Druck zu halten.
Wirkung: Qihai bedeutet „Meer der Energie”. Es verstärkt die Verdauungsfunktion und die Immunität. Es erhöht die Vitalität des gesamten Bauches, verbessert die Darmmotilität und lindert chronische Müdigkeit und Stress. Es beruhigt die Überempfindlichkeit des Nervensystems, die die Grundursache des Reizdarmsyndroms ist.
5. Hegu (LI4) — Schmerzlinderung und autonome Nervenregulation

WHO-Code: LI4 (Dickdarmmeridian 4)
Position: Zwischen den Muskeln an der Stelle, wo Daumen und Zeigefinger aufeinandertreffen, direkt in der Nähe des Knochens. Beim Drücken mit dem Finger ist ein deutlicher Druckschmerz spürbar.
Drucktechnik: Drücken Sie fest mit dem Daumen der anderen Hand. Ein Schmerz ist am wirksamsten. Stimulieren Sie 1-2 Minuten lang kreisend und wiederholen Sie das mit beiden Händen abwechselnd.
Wirkung: Hegu ist ein ausgezeichneter Punkt für neuropathische Schmerzen und Stresssymptome. Es lindert Bauchkrämpfe, fördert die Aktivierung des parasympathischen Nervensystems und reduziert die Darmüberempfindlichkeit durch die „Kampf- oder Flucht”-Reaktion. Es lockert emotionale Anspannung und verbessert stressbedingte Verdauungsstörungen.
5-Minuten-Selbstakupressur-Routine
Sie können die beste Wirkung erwarten, wenn Sie täglich zur gleichen Zeit in der folgenden Reihenfolge Akupressur durchführen. Am besten morgens nach dem Aufwachen oder abends vor dem Schlafengehen.
| Reihenfolge | Akupressurpunkt | Zeit | Methode |
|---|---|---|---|
| 1 | Zusanli (ST36) | 1 Minute | beide Beine, je 30 Sekunden mit dem Daumen kreisend |
| 2 | Sanyinjiao (SP6) | 1 Minute | beide Beine, je 30 Sekunden mit der Atmung stimulieren |
| 3 | Qihai (CV6) | 1 Minute | Liegende Position, sanftes Kreisen mit dem Daumen |
| 4 | Tianshu (ST25) | 1 Minute | beide Bauchseiten, je 30 Sekunden kreisend wie bei einer Massage |
| 5 | Hegu (LI4) | 1 Minute | beide Hände, je 30 Sekunden fest mit dem Daumen stimulieren |
Tipps zur Steigerung der Wirkung:
- Führen Sie dies täglich zur gleichen Zeit durch (mindestens 4 Wochen lang)
- Warme Hände sind wirksamer, daher reiben Sie Ihre Hände zunächst oder tauchen Sie sie in warmes Wasser ein, bevor Sie beginnen
- Tiefes Atmen und Konzentration auf Entspannung verstärkt die Wirkung auf die autonome Nervenregulation
- Wenn Symptome des Reizdarmsyndroms auftreten, stimulieren Sie Tianshu und Hegu gezielt


















