
Einleitung
Übermäßiges Schwitzen, bei dem der Schweiß auch an kühlen Tagen fließt und die Kleidung durchweicht und riecht – ein Phänomen, das den Alltag beeinträchtigt. Sie sind nicht allein. Viele Menschen leiden unter übermäßigem Schwitzen aufgrund von Stress, Hormonungleichgewicht und beeinträchtigter Körpertemperaturregelung. Nach der Chinesischen Medizin wird übermäßiges Schwitzen auf den Verlust von Körperflüssigkeiten (Jinye) und Qi-Mangel zurückgeführt. Die Stimulation bestimmter Akupunkturpunkte kann den Körpertemperaturregelungsmechanismus normalisieren. Beginnen Sie mit einfacher Akupressur dieser Punkte, bevor Sie zu Medikamenten greifen. Ich zeige Ihnen die genaue Lage und Drucktechnik von 5 von der WHO anerkannten Akupunkturpunkten.
5 Akupunkturpunkte im Detail
1. Sanyinjiao (SP6)

Lage: An der Innenseite des Schienbeins, etwa 10 cm über dem höchsten Punkt des inneren Knöchels. Der genaue Punkt liegt in der Muskulatur an der Innenseite des Schienbeins.
Drucktechnik: Drücken Sie mit dem Daumen 3–5 Sekunden lang, dann 1 Sekunde Pause. Insgesamt etwa 2 Minuten an beiden Beinen (je 1 Minute pro Seite). Die Intensität sollte „angenehm schmerzhaft” sein.
Wirkung: Stimuliert das Milz-Meridian, fördert den Flüssigkeitsstoffwechsel und reduziert übermäßige Feuchtigkeitsausscheidung. Besonders wirksam gegen Schwitzen durch Hormonungleichgewicht und menstruationsbedingtes Schwitzen bei Frauen. Unterstützt auch die Immunfunktion.
2. Hegu (LI4)

Lage: In der Falte zwischen Daumen und Zeigefinger. Der Punkt liegt leicht erhöht auf der Handrückenseite und ist empfindlich bei Druck.
Drucktechnik: Drücken Sie mit dem Daumen allmählich fester und halten Sie 10–15 Sekunden bei maximaler Intensität. Wiederholen Sie abwechselnd an beiden Händen 3–4 Mal. Insgesamt etwa 4 Minuten empfohlen.
Wirkung: Ein wichtiger Punkt zur Regulierung des Qi im gesamten Körper. Beruhigt das Nervensystem und hemmt übermäßiges Schwitzen durch sympathische Überaktivität. Wirkt hervorragend bei Stressabbau und Immunstärkung. Verbessert gleichzeitig Kopfschmerzen und Müdigkeit.
3. Taichong (LR3)
Lage: Auf dem Fußrücken in der Falte zwischen großem und zweitem Zeh, leicht nach oben verschoben. Der Punkt liegt in der Mulde zwischen den Knochen.
Drucktechnik: Mit dem Daumen langsam drücken und loslassen. 3–5 Sekunden drücken, 1 Sekunde Pause, 8–10 Mal wiederholen. Insgesamt etwa 3 Minuten an beiden Füßen.
Wirkung: Reguliert den Leber-Meridian und reduziert Schwitzen durch Stress und emotionale Instabilität. Normalisiert die Hormonausscheidung und balanciert das autonome Nervensystem zur Verbesserung der Körpertemperaturregelung. Fördert tiefen Schlaf und ist besonders wirksam gegen nächtliches Schwitzen.
4. Kunlun (BL60)

Lage: In der Mulde zwischen dem äußeren Knöchelknochen und der Achillessehne, direkt hinter dem äußersten prominenten Knöckel.
Drucktechnik: Mit dem Daumen senkrecht 3–5 Sekunden drücken, 1 Sekunde Pause. Insgesamt etwa 3 Minuten abwechselnd an beiden Füßen. Nicht zu fest drücken.
Wirkung: Ein wichtiger Punkt des Blasen-Meridians. Leitet innere Hitze ab und kühlt tiefe Körperwärme. Lindert nächtliches Schwitzen besonders gut und verbessert gleichzeitig Lendenschmerzen und Beinmüdigkeit. Fördert die systemische Blutzirkulation und normalisiert die Körpertemperaturregelung.
5. Lieque (LU7) oder Yinlingquan (SP9)
Lage von Lieque: In der Mulde zwischen den Knochen, etwa 2,5 cm oberhalb der inneren Handgelenksfalte zum Unterarm hin.
Drucktechnik für Lieque: Mit dem Daumen langsam drücken und loslassen, 6–8 Mal wiederholen. Insgesamt etwa 2 Minuten an beiden Armen.
Lage von Yinlingquan: In der Mulde, die man trifft, wenn man der Innenkante des Schienbeins (Tibia) nach oben folgt.
Drucktechnik für Yinlingquan: Mit dem Daumen 3–5 Sekunden drücken, 1 Sekunde Pause. Insgesamt etwa 2 Minuten an beiden Beinen.
Wirkung: Lieque reguliert den Lungen-Meridian, normalisiert die Atemfunktion und steuert die Schwitzsekretion an der Hautoberfläche. Yinlingquan ist hervorragend bei der Beseitigung feuchter Hitze und besonders wirksam gegen Schwitzen durch feuchte Hitze. Beide Punkte unterstützen die Verdauungsfunktion und lindern Schwellungen.
5-Minuten-Selbst-Akupressur-Routine
Gesamtdauer: etwa 5 Minuten (täglich 5 Minuten, zweimal täglich empfohlen)
Empfohlene Zeiten: 5 Minuten nach dem Aufwachen am Morgen, 5 Minuten eine Stunde vor dem Schlafengehen am Abend
- Vorbereitung (30 Sekunden): Setzen Sie sich bequem hin und machen Sie 3 tiefe Atemzüge. Wärmen Sie Ihre Hände und Füße auf.
- Akupressur von Sanyinjiao (1 Minute): 30 Sekunden pro Seite. Halten Sie die Intensität moderat.
- Akupressur von Hegu (1 Minute): Wechseln Sie zwischen den beiden Händen. Halten Sie tiefe, langsame Atemzüge.
- Akupressur von Taichong (1 Minute): 30 Sekunden pro Fuß sanft drücken. Bewegen Sie die Zehen, um die Wirksamkeit zu erhöhen.
- Akupressur von Kunlun (1 Minute): 30 Sekunden pro Fuß. Halten Sie konstanten Druck.
- Lieque oder Yinlingquan (1 Minute): 30 Sekunden pro Seite. Zum Abschluss sanft anklopfen.
Tipps für verstärkte Wirkung: Nach der Akupressur ein Glas warmen Gerstentee oder Wasser trinken, um den Stoffwechsel zu unterstützen. Vermeiden Sie Kälteexposition und tauchen Sie Ihre Hände und Füße 1 Stunde nach der Akupressur nicht in kaltes Wasser.
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